Hermeneutiek AlS gesprek: Een studie over „wahrheit und methode” Van H. G. Gadamer

Tijdschrift Voor Filosofie 31 (2):211 - 231 (1969)
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Abstract

Diese kleine Studie über „Wahrheit und Methode” will einige Hauptlinien der Hermeneutik Gadamers aus ihren metaphysischen (nicht in abschätzigem Sinn) Voraussetzungen heraus erörtern. Die Hermeneutik Gadamers ist eine philosophische Hermeneutik. Um die Wissenschaftlichkeit einer philosophischen Hermeneutik legitimieren zu können, muss Gadamer - in der Nachfolge Heideggers - eine hermeneutische Philosophie entwerfen. Eine derartige Philosophie betont die Wirkung unserer Zugehörigkeit zu einer Tradition in unserem eigenen Denken. Aus dieser Auffassung der Philosophie heraus expliziert Gadamer, was immer geschieht, wenn wir einen Text der Vergangenheit verstehen, d. h. interpretieren. Die Hermeneutik Schleiermachers, Diltheys und noch vieler heutiger Denker hat die Struktur des hermeneutischen Verstehens auf eine unzulängliche Weise erörtert. Sie hat eine bloss formale Beschreibung des hermeneutischen Zirkels gegeben. Der Sinn aus der Vergangenheit hat keine Offenheit auf die Zukunft. Der Zirkel des Verstehens verläuft zwischen dem historischen Totalhorizont und dem einzelnen Text und zwischen dem Totalhorizont der Individualität des Urhebers und dem einzelnen Gedanken. Die Zeit des Interpreten, der den Gesamtsinn seines Textes antizipiert, wird in den hermeneutischen Zirkel nicht hineinbezogen. Die Zeitdimension des Gegenwärtigseins wird völlig bevorzugt. Die Sinnkraft der Vergangenheit wird nur in geringem Masse anerkannt. Das Denken des Interpreten ist in hohem Masse ein standpunktloses Denken, das über die Vergangenheit herrscht. Gadamer versucht demgegenüber eine angemessenere Beschreibung des hermeneutischen Verstehens zu skizzieren. Er betont die grosse Sinnkraft der klassischen Geistesgebilde der Vergangenheit, die die Gegenwart in Frage zu stellen vermögen. Unbewusst wirkt unsere Vergangenheit in unserer eigenen hermeneutischen Situation. Und wenn wir uns in einer wissenschaftlichen Erkenntnisbemühung unsere Vergangenheit bewusst zu machen versuchen, dann hat unsere Vergangenheit - in ihren grossen Denkern - die Kraft, unsere eigenen Lebenseinsichten zu modifizieren und zu korrigieren. Gadamer betont auch die Sprachlichkeit des Seins, d.h. Sein ist Gespräch. Ein Sinn der Vergangenheit ist bei seinem Entstehen niemals völlig da. In den vielen Interpretationen und Gesprächen über diesen Sinn zeigt er immer nuancierter seine Sinnimplikationen und seinen Wahrheitsgehalt. In Beziehung auf unser endliches menschliches Denken lehnt Gadamer die Voraussetzungslosigkeit unseres Denkens energisch ab. Es gibt auch legitime Vorurteile ! Wir müssen versuchen möglichst gut uns unserer Vorurteile bewusst zu machen. Das können wir aber nur, wenn wir ihre Geltung suspendieren durch eine Konfrontation mit den grossen Denkern der Vergangenheit. Diese Denker sprechen aber nur, wenn wir ihnen eine wirkliche Frage, d.h. eine Frage, die wir uns stellen, entgegenbringen. So hat unser Denken eine Frage- und Erfahrungsstruktur. Unser menschliches Denken ist ein Denken, das Erfahrungen macht und das gipfelt in eine immer grössere Offenheit für neue Erfahrungen. Unsere Haltung der Vergangenheit gegenüber muss also die einer gehorsamen Offenheit sein. Wollen wir in diesem philosophischen Klima eine Strukturanalyse des Interpretierens geben, dann müssen wir uns die Interpretation als ein Gespräch denken. Wir müssen den historischen Horizont des Textes entwerfen und ihn zugleich wieder aufheben durch die Integration des Sinnes in unsere hermeneutische Situation. Der Interpret, der sich seiner eigenen Vormeinungen und Vorurteile bewusst ist, setzt diese aufs Spiel und bringt sie ins Spiel. So wächst im Spiel des Gesprächs, das die Interpretation ist, eine Sache, „die nicht nur meine oder die meines Autors, sondern eine gemeinsame Sache ist”. Diese Integration des Sinnes des Textes in die hermeneutische Situation des Interpreten ist keine Willkür. Durch diese Integration wird der Sinn des Textes bereichert und auf diese bereicherte Weise kann er in voller Intensität seinen Anspruch an uns erheben

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