Physician responsibility towards palliative care patients in regard to the new customer orientation paradigm

Ethik in der Medizin 26 (1):47-58 (2014)
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Abstract

Ein gelungenes Arzt-Patient-Verhältnis, das auf gegenseitigem Vertrauen und ärztlicher Verantwortung basiert, ist ein zentraler Bestandteil des Ideals der ärztlichen Profession. Aktuell wird vielfach von einem neuen „ökonomischen Paradigma“ in der Medizin gesprochen, das dieses Verhältnis vermeintlich unterminiert. Als ein wichtiges Merkmal dieses Paradigmas gilt das Verständnis vom Patienten als Kunden, der charakterisiert ist durch seine Selbstbestimmung bzw. Autonomie. Wie stellt sich die Kundenrolle nun aber bei vulnerablen Patientengruppen dar, die in ihrer Autonomie eingeschränkt sind, und was bedeutet dies wiederum für das Arzt-Patient-Verhältnis? In dem vorliegenden Artikel wollen wir deshalb die Fragestellung verfolgen, ob sich ärztliche Verantwortung bzw. das Arzt-Patient-Verhältnis ändert, wenn sich der (vulnerable) Patient als Kunde begreift. Als Analysesetting dient die Palliativmedizin, da sie als Beispiel für eine besonders vulnerable Patientengruppe gelten kann. Als Basis der Argumentation werden die Ergebnisse einer qualitativen Studie herangezogen, welche die Einstellungen von Palliativpatienten zum Thema „der Patient als Kunde“ erhob sowie der Frage nachging, ob sich Palliativpatienten, speziell im Rahmen von medizinischen Entscheidungen, als selbstbestimmt begreifen. Die Studienergebnisse zeigen, dass Autonomie relational verstanden werden muss und dem Arzt eine entscheidende Rolle in der Ermöglichung von Patientenselbstbestimmung zukommt – ganz unabhängig von der Selbstattribuierung der Befragten als Kunde oder Patient. Anschließend werden diese Ergebnisse dahingehend analysiert, ob sie als Ausdruck einer Veränderung des Arzt-Patient-Verhältnisses und der ärztlichen Verantwortung gegenüber den Patienten zu werten sind. Hieraus folgernd wird nach den praktischen Implikationen für das Arzt-Patient-Verhältnis auf der Grundlage der „Ethics of Care“ gefragt sowie auf die individuelle Betreuungsnotwendigkeit, speziell von vulnerablen Patientengruppen, verwiesen

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