Die konditionale Analyse des praktischen Könnens

Grazer Philosophische Studien 48 (1):201-228 (1994)

Abstract

Der Freiheitsbegriff ist im Kern als ein Möglichkeitsbegriff zu verstehen, der die Rede von einem „Anderskönnen" voraussetzt. Eine Explikation dieses Könnens bietet die konditionale Analyse, der zufolge ,,x kann h tun" etwa soviel bedeutet wie ,,x wird h tun, wenn x will, daß h, und x wird -h tun, wenn x will, daß -h". In der Analytischen Philosophie wird sie zumeist mit Moore und dem britischen Empirismus in Verbindung gebracht. Sie hat jedoch einen viel älteren theologischen Ursprung. Obwohl schon immer gewichtige Einwände gegen sie vorgebracht wurden, hat sie ihre Anziehungskraft auf ,,kompatibilistische" Freiheitstheoretiker bislang behalten. Der Aufsatz fragt, warum das so ist und worin der zentrale Defekt der Analyse besteht. Er liegt weniger in ihrer notorischen Unfähigkeit zur Erfassung der Willensfreiheit. Wichtiger ist, daß der Sinn der Rede vom ,,Können" unspezifiziert bleibt. Schließt man die Lücke, zeigt sich, daß die Konditionalanalyse selbst jenes ,,Anderskönnen" voraussetzt, das sie verabschieden wollte, sc. das Bestehen ontologisch offener Alternativen

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