In Roland Kipke, Nele Röttger, Johanna Wagner & Almut Kristine von Wedelstaedt (eds.), ZusammenDenken. Berlin/Heidelberg/Wiesbaden: Springer VS. pp. 159-177 (2021)

Authors
Geert Keil
Humboldt-University, Berlin
Abstract
Ralf Stoecker hat argumentiert, dass allein Menschen im strengen Sinne handeln könnten, weil sie allein fähig seien, etwas aus Gründen zu tun und über diese Gründe Rechenschaft abzulegen. In einem weniger strengen Sinn könnten auch Tiere handeln. Ich werde in diesem Beitrag zunächst Stoeckers Begründung seiner zweigeteilten These rekapitulieren (1) und dann zwei Rückfragen dazu stellen: (a) Warum soll es gerade die Praxis des logon didonai sein, die Verhalten zu Handlungen im engen Sinne macht? (b) Warum soll es genau zwei Sinne von ,handeln' geben, einen engen und einen weiten? Handlungsfähigkeit könnte ja auch eine Sache des Grades sein (2). Schon Aristoteles hat einen engen Handlungsbegriff für Menschen reserviert und einen weiteren auf andere Tiere angewandt. Stoecker geht auf Aristoteles nicht ein, doch gibt es interessante Parallelen zwischen beider Ausführungen dazu, welche Fähigkeiten allein Menschen besitzen und warum (3). Im Rest des Beitrags weite ich den Blick und stelle zunächst eigene Überlegungen dazu an, welches die Vorzüge eines gradualistischen Verständnisses von Fähigkeiten sind und welche Rolle die Vagheit fähigkeitszuschreibender Ausdrücke spielt (4). Dann skizziere ich die These, dass die je artspezifischen Fähigkeitsprofile von Menschen und anderen Tieren durch „Realisierungslücken“ voneinander getrennt sind (5). Der Beitrag mündet in Metaüberlegungen zum Streit über die „anthropologische Differenz“: Die zwischen „Assimilationisten“ und „Differentialisten“ umstrittene Frage, ob sich Menschen und andere Tiere in ihren mentalen Fähigkeiten qualitativ oder bloß quantitativ unterscheiden, ist schlecht definiert und unfruchtbar. Sie sollte zugunsten gehaltvollerer Fragen zu den Akten gelegt werden (6).
Keywords Anthropologische Differenz  Handlungsfähigkeit  Differentialismus  Assimilationismus  Fähigkeitsgrade  Logon didonai  Geben und Nehmen von Gründen  Vagheit  Realisierungslücke  Ralf Stoecker
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Theorie und Praxis der Menschenwürde.Ralf Stoecker - 2019 - Paderborn, Deutschland: Mentis.

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