Ich bin jetzt hier - aber wo ist das?

In Siri Granum Carson, Jonathan Knowles & Bjørn K. Myskja (eds.), Kant: Here, Now, and How. Mentis. pp. 15-34 (2011)
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Abstract

Menschen verfügen über ein komplexes Vermögen der Selbstlokalisierung in Raum und Zeit. Seine eigene Position festzustellen kann in verschiedenen Kontexten Verschiedenes bedeuten. Nicht jedes unsere raumzeitliche Lokalisierung und Orientierung betreffende Problem ist philosophischer Natur. Fragen wie »Wo ist Norden?«, »Wie weit ist es nach Hause?« oder »In welcher Richtung liegt das Ziel?« sind lebensweltliche und gegebenenfalls navigatorische Fragen. Die kognitiven Mechanismen und Fähigkeiten zu untersuchen, die unseren Lokalisierungs- und Orientierungsleistungen zugrunde liegen, ist eine Aufgabe für die Kognitionswissenschaften. Die Untersuchung der Grundlagen unserer Orientierungsfähigkeit wirft aber auch begriffliche Fragen auf, und diese zu klären ist eine philosophische Aufgabe. Wichtige Beiträge dazu haben Kant, Husserl, Strawson, Tugendhat und Gareth Evans geleistet. Truls Wyller steht in dieser Reihe und hat wie kein anderer den transzendentalphilosophischen Gehalt von Lokalisierungs- und Orientierungsfragen herausgearbeitet. Gegen naturalistische Verkürzungen hat er mit großer Beharrlichkeit dafür argumentiert, dass das Vermögen, seine eigene Position in Raum und Zeit zu bestimmen, Implika-tionen hat, die die Bedingung der Möglichkeit von Erfahrung betreffen. Die folgende Skizze ist ungleich bescheidener angelegt. Ich werde wenig mehr tun, als wesentliche Einsichten der Literatur zur raumzeitlichen Selbstlokalisierung zusammenzutragen, wobei ich einige Akzente anders setze als Wyller. Insbesondere werde ich versuchen, so weit wie möglich ohne Transzendentalen Idealismus auskommen. Im Zentrum meiner Skizze steht das klärungsbedürftige Verhältnis zwischen indexikalischen und nicht-indexikalischen Orts- und Zeitbestimmungen sowie den zugehörigen Lokalisierungsverfahren.

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