Intentionaliteit en evolutie Van het geloof

Tijdschrift Voor Filosofie 24 (4):631 - 651 (1962)
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Abstract

Die Theorie der Evolution der Religion ist in ihrer alten, aus dem vorigen Jahrhundert stammenden Form stark in Mißkredit geraten, aber es ist vielleicht möglich sie auf Grund neueren philosophischen, namentlich anthropologischen Erkenntnissen auf befriedigendere Weise zu formulieren. Verfasser geht dabei vom Begriff der Intentionalität aus ; der Mensch als selbstbewußtes Wesen ist nur denkbar, wenn er sich einer Sache, d.h. etwas anderen, bewußt ist, das als solches immer mit dem Selbst des Menschen in einer dialektischen Beziehung steht. Der Mensch kommt zum ihn charakterisierenden Selbstbewußtsein durch das Bild, die äußere Erscheinungsform, sowolh des eigenen Körpers wie aller anderen Erscheinungen, die er an ihrem immer verschiedenen Bild erkennt. Der Mensch existiert durch diese Spannung zwischen dem Bewußtsein und dem Seienden, zwischen dem Geist und dem Körper, zwischen dem Selbstbewußtsein und dem Anderen, dem Nicht-Selbst. Das menschliche Selbstbewußtsein ist identisch mit dem Geist, d.h. der ihm eigenen Möglichkeit, die sinnvollen Bilder des Seienden in sich aufzunehmen, die Wirklichkeit wahrzunehmen und dadurch kennenzulernen. Diese Spannung bestimmt sowohl den Menschen selbst, wobei das Bild des eigenen Körpers das Andere ist des Geistes, als auch sein In-der-Welt-Sein, wobei die Welt als das Andere, das Nicht-Selbst, fungiert. So steht er in der doppelten Spannung der Einheit des Bildes des eigenen Körpers und des Geistes, und der des selbstbewußten Menschen und seiner Welt. In dieser polaren Spannung des menschlichen Wesens kann immer wieder ein anderer Pol vorherrschen, so daß zweierlei Geistesstruktur entsteht. Der Mensch heißt selbst Erscheinung neben allen Anderen, wenn das Bild der äußeren Wirklichkeit über das Bewußtsein, das die Bilder wahrnimmt, das Übergewicht hat. Diesem Menschen sind alle Seienden, alle Erscheinungen Offenbarungen der Macht des Seins, das in allem Seienden als sein geheimnisvoller Grund erscheint. Gott ist in diesem naturalistischen Religionstypus, namentlich in den sogenannten primitiven und antiken Religionen, identisch mit dem Sein, aus dem alles, auch der Mensch, erscheint und das dadurch zugleich natürlich und geistig ist. Der Geist ist hier nichts als ein eigener Aspekt dieses allmächtigen und allumfassenden Seins, das auch die Grundlage aller monistischen, naturalistischen und positivistischen Systeme ist. Der Mensch heißt aber Subjekt, wenn in dieser Spannung der Geist das Übergewicht über das Seiende hat, das dadurch säkularisiert wird. Das Seiende ist nun nicht mehr eine Erscheinung des geheimnisvollen, unendlichen Seins, das daran teilhat, sondern alles ist endliche Schöpfung Gottes als absoluter Geist, der sich im Wort äußert. In diesem zweiten Religionstypus ist der Mensch als geistiges Wesen nach dem Bilde Gottes geschaffen und als Subjekt kann er das Seiende durch den abstrakten Begriff zu seinem Objekt machen. Mit der Verendlichung des Seienden hängt unmittelbar der abstrahierende, transzendentale Begriff zusammen, wie die sinnliche Wahrnehmung mit dem Vollzug der Erkenntnis der Unendlichkeit des Seins durch den Menschen als Phänomen. Diese zwei Möglichkeiten des Menschseins gehen aus dem intentionalen Wesen des Menschen hervor, der sowohl innerhalb seines unendlich zurückweichenden Horizonts sinnlich wahrnimmt als auch mit Hilfe des einschränkenden, verendlichenden Begriffes abstrahierend denkt. Als solcher ist er aber erst in der christlichen Offenbarung deutlich zutage getreten. Hier offenbart sich Gott nicht als die kosmische Macht des Seins im Bild der Erscheinungen oder als der durch sein Wort schöpfende und richtende Geist, sondern der Mensch begegnet im Menschen Jesus Christus zugleich dem Bilde und dem Worte Gottes. In der durch diese Offenbarung gegebenen Perspektive zeigt sich die Einseitigkeit sowohl des naturalistischen als auch des prophetisch-historischen Religionstypus. Es handelt sich nun nicht mehr um die absolute Macht Gottes als des Seins oder um das absolute Recht seines Wortes als Schöpfer, Gesetzgeber und Richter, sondern um die Liebe. Gleichwie es sich an erster Stelle nicht mehr handelt um den Menschen als Erscheinung und Subjekt, sondern um den Menschen als Nächsten und Mitmenschen. Die Wahrheit des Mysteriums des Seins und des Geistes bleibt erhalten, ebenso wie die des Menschen als Phänomen und Subjekt und die der Macht und des Rechts. Aber die Liebe ist die größte. Auf diese Weise kann man die Evolution in die Religionsgeschichte aufnehmen, ausgehend vom intentionalen Wesen des Menschen, der seiner Struktur entsprechend die fortgehende Offenbarung versteht und dadurch zugleich selbst in seiner Struktur bestimmt wird

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