Problems of legitimacy of modern obstetrical gynecology

Ethik in der Medizin 24 (1):43-55 (2012)
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Abstract

ZusammenfassungEmpirische Daten belegen, dass die moderne Geburtsmedizin Schwangerschaft und Gebären vorrangig als krankhaft wahrnimmt, was zu einem Legitimationsdefizit führt: Eine primär invasive Geburtsmedizin verletzt das Prinzip der Nichtschädigung, verursacht vermeidbare Kosten und ist nicht ohne weiteres durch das Autonomieprinzip gedeckt. Von den unmittelbar Beteiligten ist diese Pathologisierung als eine solche jedoch kaum wahrgenommen worden. Daher stellt sich die Frage, wie es zur sozialen Akzeptanz einer derart drastischen Wahrnehmungsverschiebung kommen konnte. Da Begriffe unsere Wahrnehmung strukturieren, interessiert uns vor allem die konzeptionelle Dimension dieser geburtsmedizinischen Verkehrung des Normalen ins Krankhafte, die in einer Reflexion auf die zwei Quellen legitimen ärztlichen Handelns erkennbar wird. Sowohl der Krankheitsbegriff als auch das moderne Verständnis von Selbstbestimmung weisen eine interne Unschärfe auf, die pathologisierende Tendenzen begünstigt. Der moderne Krankheitsbegriff erschwert eine klare Abgrenzung zwischen krank und gesund. Und Autonomie ist ein mehrdeutiges Konzept, das in einer spezifischen Auslegung die Pathologisierung fördert. Da beide Konzepte ärztliches Handeln rechtfertigen, bleibt ihr delegitimierendes Potential in der Praxis unscheinbar. Erst reflexiv und polylogisch lässt sich dieser blinde Fleck beobachten, so dass eine Korrektur der Pathologisierung möglich wird.

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