Nachdenken über den ontologischen Gottesbeweis. Eine Diskussion philosophischer Einwände gegen seine beiden Grundformen mit einem Blick auf die zeitgenössische Theologie

Neue Zeitschrift für Systematicsche Theologie Und Religionsphilosophie 51 (2):105-144 (2009)
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Abstract

ZUSAMMENFASSUNGIn der christlichen Theologie hat das ontologische Argument – sofern man es überhaupt als Vernunftbeweis der wirklichen oder notwendigen Existenz Gottes deutete – von wenigen Ausnahmen abgesehen zuletzt keine positive Rolle gespielt. Gleichwohl stand es in der Geschichte der westlichen Religionsphilosophie lange in hohem Ansehen. In der Philosophie erfreut es sich seit seiner Wiederbelebung in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts großer Aufmerksamkeit und wird keineswegs einmütig abgelehnt. Dieser Aufsatz unternimmt eine Neubewertung anhand einer Diskussion von vier prominenten Versionen des ontologischen Beweises: den Argumenten Anselms im Proslogion, dem Beweis von Descartes sowie dem von Hartshorne und Plantinga aufgegriffenen modalen Argument von Leibniz. War es die Absicht Anselms, die Existenz Gottes zu beweisen, und wie verhalten sich seine Argumente zu ihren modernen Gegenstücken? Ein großer Teil des Aufsatzes dient der Untersuchung geläufiger Einwände gegen den ontologischen Beweis in seiner nicht-modalen und modalen Form; dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf den in der jüngeren Theologie verbreiteten Einwänden. Keine dieser Kritiken erscheint durchschlagend. Die einzige einigermaßen aussichtsreiche Strategie zur Widerlegung des Beweises dürfte darin bestehen, bereits die logische Möglichkeit eines höchst vollkommenen Wesens zu bestreiten. Im Ergebnis erweisen sich die Aussichten auf eine Widerlegung des ontologischen Beweises als weitaus schlechter als in der gegenwärtigen Theologie zumeist angenommen.SUMMARYChristian theology, with very few exceptions, has recently been rather dismissive of the ontological proof, or has suggested that it should not be regarded as a proof of the existence of God at all. Yet the argument has been held in high esteem during western intellectual history; philosophers have for the most part treated it with respect since its revival in the second half of the twentieth century. This essay takes a fresh look at four prominent versions of the ontological proof: Anselm's Proslogion arguments, the argument put forward by Descartes, and the modal argument of Leibniz defended by Hartshorne and Plantinga. Did Anselm intend to prove the existence of God, and how do his arguments relate to their modern counterparts? The core of this essay is an examination, with an eye on contemporary theology, of the most frequently raised objections against non-modal and modal ontological arguments. While none of these objections appears to be successful, the most promising one, perhaps, is to deny the logical possibility of a most perfect being altogether. The upshot, however, is that the prospects for a refutation of either the non-modal or the modal ontological argument are much less bright than prevailing sentiment in theology has it

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